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Auszug - Starkregenereignis vom 03. Juni 2017  

3. Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Sottrum
TOP: Ö 8
Gremium: Ortsrat Sottrum Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 29.08.2017 Status: öffentlich
Zeit: 19:30 - 20:45 Anlass: Sitzung
Raum: Gaststätte Krumfuß
Ort: Sottrum
 
Wortprotokoll

 

Stichpunkte aus der Sottrumer Bürgerversammlung vom 13.06.2017 zum Starkregenereignis vom Samstag dem 03.06.2017:

 

  1. Ein Ing.-Büro sollte beauftragt werden, um die Gegebenheiten bei Hochwasserlagen zu bewerten und ggf. einen Maßnahmenplan aufzustellen.
  2. Die Gemeinde / der Landkreis sollte prüfen, ob westlich vor der Ortslage Sottrum die Möglichkeit besteht eine Rückhalte-/Dammanlage zu errichten. Das Gelände zwischen K309 und Westberg am sog. weißen Wasserbrunnen scheint dazu geeignet zu sein.
  3. Der Unterhaltungsverband Nette ist anzuhalten den Thiebach in seinem Zuständigkeitsbereich kontinuierlich freizuhalten (nicht nur als einmalige Aktion nach diesem Ereignis). Insbesondere ist der Abflussbereich zwischen Thiebachstraße und Nette immer freizuhalten.
  4. Alle Bach-Anlieger sind anzuhalten die Grenzen zum Bach (z. B. Flurstück 429/367) einzuhalten. Sie dürfen auf diesem (fremden) Grundstück keine Erderhöhungen vornehmen und keine Zäune, Treppen, Handläufe und andere Bebauung errichten. Diese Uferlage ist auch von Dingen freizuhalten, die im Hochwasserfall wegschwemmen und an anderer Stelle Hindernisse bilden können (wie Holz, Gestrüpp, Gartenabfälle).
  5. Die Unterführung zwischen Wasserstraße und Thiebachstraße muss regelmäßig kontrolliert und ggf. freigespült/geräumt werden.
  6. Die Stauanlage in der Wasserstraße kann zurzeit nur mittels schwerem Gerät / Frontlader angehoben werden. Die Anlage sollte um eine Möglichkeit der Handbedienung erweitert werden.
  7. Die zwei Verrohrungen innerhalb der Wasserstraße zwischen Thiebach und Brüggemühlengraben / Wasserstraße 1 sollten gespült und regelmäßig kontrolliert werden.
  8. Das Geländer am Auslass vor Wasserstraße 1 sollten dahingehend geändert werden, dass dies einfach entnommen werden kann um kein zusätzliches Hindernis für Schwemmgut zu bilden.
  9. Bei einer Sanierung der Wasserstraße darf das Niveau nicht weiter angehoben werden und die Entlastungsverrohrung (siehe Nr. 5) muss erhalten ggf. sogar ausgebaut werden.
  10. Der Strom-Transformator in der Wasserstraße war früher auf erhöhter Position vor der Scheune von Albert Müller und wurde bei Erneuerungsarbeiten auf das Straßenniveau abgesenkt, was wohl auch Grund für den lange anhaltenden Stromausfall war. Es wäre zu prüfen, inwieweit der Transformator und die Verteilungen gegen Hochwasser geschützt werden können.
  11. Als Warnsysteme gibt es verschiedene Apps (BIWAP, VGH App, etc.), die aber keine lokalen Warnungen, wie in diesem Fall, verbreiten können. Zwischen der ersten Erkenntnis, dass eine Flutwelle durch Sottrum gehen wird (Anfahrt der Feuerwehr nach Hackenstedt) und dem Spitzenpegel der Welle war durchaus Zeit, um die Bevölkerung zu warnen. Es wäre zu prüfen, ob hier entweder mit Mikrofondurchsagen der Feuerwehr oder auch durch ein spezielles Sirenensignal zukünftig gewarnt werden kann.
  12. Die Zäune und das Brückengeländer an der Straßenunterführung Ziegeleistraße wurden durch Schwemmgut zu einer Art Staumauer, was zu einer Verschärfung der Lage in diesem Bereich geführt hat. Es sollte geprüft werden wie das Brückengeländer zwischen Ziegeleistraße 1 und Sottrumer Straße 2 durchgängiger oder auch entnehmbar gestaltet werden kann.
  13. Der zusätzliche Verkehr durch Schaulustige hat zu einer Behinderung und Gefährdung von Anwohnern und Einsatzkräften geführt. Insbesondere am Sonntag hätte Sottrum gesperrt und die Zufahrt nur Anliegern gewährt werden sollen. Zukünftig sollte die Feuerwehr hier eher eingreifen und falls erforderlich mit der Polizei Rücksprache halten. Allgemein wäre eine Polizeipräsenz bei so einem Ereignis zu erwarten/wünschen gewesen.
  14. Die Feuerwehrausrüstung unserer Wehren scheint für so ein Ereignis nicht ausreichend zu sein. Hier wäre zu prüfen wie die Feuerwehren besser – insbesondere mit mehr Kleinpumpen/Tauchpumpen und Saugern ausgestattet werden können.
  15. Die Feuerwehr ist in den betreffenden Gebieten scheinbar nicht konsequent von Haus zu Haus gegangen um die Lage zu erfragen. Hier sollte bei zukünftige Großschadenslagen ein besseres Vorgehen erfolgen.
  16. Auch die Verteilung der Einsatzkräfte scheint in einzelnen Bereichen verbesserungsfähig gewesen zu sein - zum Beispiel dort wo ganze Fahrzeugbesatzungen zu einer Straßensperrung eingesetzt wurden.
  17. Die betroffenen Anwohner haben zum Teil enorme Mengen an Frischwasser (inkl. 
    Abwasserkosten) verbraucht, um Gebäude, Höfe und Wege zu reinigen. Es sollte bitte beim Wasserverband angefragt werden, inwieweit den Bürgern hier eine finanzielle Entlastung gewährt werden kann. Als Referenz könnten die Vorjahresverbräuche zugrunde gelegt werden.

 

Rückmeldungen der Verwaltung zu den Punkten:

 

  1. Die Gemeinde bemüht sich um ein entsprechendes Ing. Büro für alle Ortschaften der Gemeinde. Derzeit sind die Büros voll mit Aufträgen.
  2. Wir gehen nicht davon aus, dass der LK die Planung übernimmt. Die Abklärung dahingehend ist noch offen.
  3. Mit dem Unterhaltungsverband Nette laufen derzeit Gespräche. Unterhaltungsarbeiten im genannten Bereich werden derzeit durchgeführt.
  4. Wird erledigt und geprüft. Bachanlieger.
  5. Zuständig ist der Unterhaltungsverband Nette, der Bereich ist gespült worden.
  6. Das Wasser muss einen Durchgang haben, somit muss der Durchgang permanent geöffnet sein. Das wird auch passieren, den Schlüssel erhält die Feuerwehr um im Brandfall Wasser zu stauen.
  7. Rückmeldung vom Bauamt: Spülung wurde durch den WVP vorgenommen.
  8. Geländer aus Sicherheitsgründen nicht abbaubar, auch nicht im Hochwasserfall aus versicherungstechnischen Gründen. Nach unten hin ja.
  9. Sanierung der Straße derzeit noch nicht in Planung.
  10. Gespräch mit der Avacon steht noch aus bezogen auf alle in der Gemeinde Holle befindlichen Transformatoren.
  11. LK App muss deutlich intensiver genutzt werden. Entscheidungen vor Ort trifft die Einsatzleitung.
  12. Rückmeldung Bauamt: Geländer fest installiert. Ebenfalls aus versicherungstechnischen Gründen nicht abbaubar.
  13. Zu der Thematik wird es demnächst ein Gespräch mit der Polizeiinspektion Hildesheim geben.
  14. Es wird weitere Besprechungen mit der Feuerwehr geben. Die Prüfung, welche Pumpen benötigt werden, folgt.
  15. Nicht Aufgabe der Feuerwehr. Es wird erwartet, dass sich Betroffene melden.
  16. Aufgabe der Einsatzleitung.
  17. In der kommenden VA Sitzung am 07.09.17 ist ein Gespräch mit dem Geschäftsführer vom WVP geplant.