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Heersum

Die Heersumer Schichten

Heersum ist die erste Ortschaft der Gemeinde Holle, die der Besucher von Hildesheim über die B6 erreicht. Das heutige Heersum ist um das Jahr 1300 entstanden. Gegenüber von Heersum jenseits der Innerste lag früher das Dorf Cantelsem, das noch bis in das Jahr 1645 erwähnt wird, danach verlassen wurde und verfiel. Das Kloster Derneburg erwarb bis Ende des 14. Jahrhunderts das ganze Dorf und seine Feldmark, siedelte die Bewohner nach Sottrum um und machte den Ort zum Wirtschaftshof des Klosters. Später baute hier der Graf Ernst zu Münster ein Vorwerk, dem seine Frau nach dem Tod des Grafen im Jahr 1839 den Namen Vorwerk Ernst gab.

Den größten Bekanntheitsgrad erreichte Heersum durch einen einfachen Steinbruch in der Nähe des Dorfes, in dem der Geologe Karl von Seebach 1864 bei einer wissenschaftlichen Untersuchung der Juraformationen eigenartige Seetierversteinerungen fand, die vor ungefähr 150 Mio. Jahren entstanden waren. Er gab dieser Gesteinsformation den Namen "Heersumer Schichten", die in der Geologie zu einem festen Begriff geworden sind und den Namen Heersum in alle Länder tragen.

Heute befinden sich an der sehr schön ausgebauten alten Heerstraße, der Mittelstraße, landwirtschaftliche Höfe, Wohn- und Geschäftshäuser und die St. Ansgar Kinder- und Jugendhilfe des Caritasverbandes Hildesheim. An den Dorfrändern entstanden von 1947 an die Neubausiedlungen, die aber Heersums ländliche Struktur nicht zerstört haben. Eine unübersehbare Bereicherung des Dorflebens kam 1990 mit dem Verein Forum Kultur in den Ort. Jährlich organisiert das Forum Theaterveranstaltungen, an denen sich die Vereine, Verbände und Bürger des Dorfes beteiligen.